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Lagezentrum Feuerwehr: Rohbau ist fertig

Braunschweig, 02. Juli 2019

Das neue Führungs- und Lagezentrum der Feuerwehr Braunschweig. (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattet)

Das neue Führungs- und Lagezentrums (FLZ) der Feuerwehr Braunschweig, in dem künftig auch die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) für Braunschweig und die Landkreise Peine und Wolfenbüttel untergebracht wird, ist im Rohbau fertiggestellt. Die Klinkerfassade an den Betonfertigteilen ist ausgeführt, Fenster und Außentüren werden eingebaut. Geschossweise startet dann der Innenausbau, und die Gebäudetechnik wird eingebaut. Derzeit sind nahezu alle Gewerke auf der Baustelle tätig.
„Aufgrund des hohen technischen Anspruchs der künftigen Funktionen stellen Planung und Ausführung der Gebäude- und Spezialtechnik eine besondere Herausforderung dar“, erläutert Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. „Viele Systeme von der Stromversorgung bis zu den Kommunikationskanälen werden mehrfach redundant ausgeführt, um bei Ausfällen der Medien- oder Datenversorgungsnetze im Stadtbereich die Handlungsfähigkeit der Leitstelle jederzeit aufrecht erhalten zu können.“

„Die neue Leitstelle ist räumlich deutlich größer als die bisherigen Räumlichkeiten und an das aktuelle Aufgabengebiet angepasst“, hebt der für die Feuerwehr zuständige Ordnungsdezernent Claus Ruppert hervor. „Der Leitstellenraum wird voll klimatisiert und bezüglich der Sicherheitsanforderungen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Dies wird gerade an heißen Tagen die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.“
Gegenüber der aktuellen Leitstelle stehen künftig mehr Abfrageplätze zur Verfügung. Bei stärkeren Unwettern etwa gehen derzeit bisweilen mehr Notrufe ein, als abgefragt werden können, es kommt zu Wartezeiten in den Notrufleitungen.

Der Bau nimmt Form an. (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattet)
Der Bau nimmt Form an.
(Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen / Weiterverbreitung nicht gestattet)

Im neuen FLZ wird erstmals ein vollwertiger und für die Führung bei Großschadenslagen und Katastrophen konzipierter Stabsraum eingerichtet. Aktuell tritt die Gefahrenabwehrleitung (GAL) im Bedarfsfall, zum Beispiel bei der Entschärfung von Bombenblindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, im provisorisch hergerichteten Lehrsaal der Hauptfeuerwache zusammen. Die freiwerdenden Flächen auf der Hauptwache und Feuerwache Süd werden dringend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatzdienst benötigt, da aktuell auf beiden Wachen erhebliche Platznot herrscht.
Ziel ist, dass die Leitstellentechnik im Juli 2020 in den Probebetrieb gehen kann. Dieser wird bis zu acht Monate in Anspruch nehmen, da eine einwandfreie Funktion aller Komponenten oberste Priorität für die Übernahme in den Alltagsbetrieb hat. Zielzeitpunkt für die endgültige Inbetriebnahme der Leitstelle ist das zweite Halbjahr 2020. Dann sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr, welche ihre neuen Büroarbeitsplätze im FLZ haben werden, ins Gebäude eingezogen.
Insgesamt investiert die Stadt Braunschweig gemeinsam mit ihren Partnern, den Landkreisen Peine und Wolfenbüttel, die anteilig die Kosten des Bausteins der integrierten Regionalleitstelle mittragen, 22,7 Mio. € in den Neubau.
Rückblick
Erste konzeptionelle planerische Überlegungen zur Sanierung und Erweiterung des Standortes der Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr der Stadt Braunschweig wurden im Jahre 2012 begonnen. Dabei stellte sich heraus, dass der größte Handlungsbedarf im Bereich der integrierten Leitstelle, welche neben der Stadt Braunschweig auch die Landkreise Peine und Wolfenbüttel betreut, bestand.
Um die verfügbaren Flächenkapazitäten auf dem zwischenzeitlich gefundenen Baugrundstück direkt gegenüber der Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr in der Feuerwehrstraße effizient ausnutzen zu können, entschied sich die Stadt Braunschweig, nachdem eine Kooperation mit der Polizei im Blick auf die Leitstelle nicht zustande gekommen war, sämtliche Verwaltungsfunktionen des Fachbereiches Feuerwehr in den Neubau der Leitstelle zu integrieren. Im Neubau werden also künftig die Integrierte Regionalleitstelle, die Stabsstelle des Katastrophenschutzes und die Verwaltung des Fachbereichs Feuerwehr untergebracht.
Der Rat beschloss das erforderliche Raumprogramm im Februar 2015. Damit fiel der Startschuss für die Errichtung.

Die Planungsphase war aufgrund der geschilderten Komplexität des Projektes deutlich länger als bei anderen Hochbauvorhaben. Am 11. April 2018 erfolgte der symbolische Erste Spatenstich durch Oberbürgermeister Ulrich Markurth, gemeinsam mit der Landrätin Christiana Steinbrügge und Landrat Franz Einhaus.

Anschließend war eine sehr intensive und langwierige Blindgängersondierung erforderlich, da das Grundstück in die höchste Kategorie von Verdachtsfällen eingestuft war. Die Suche verlief erfreulicherweise negativ.

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